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Kein unzumutbarer Lärm durch den Betrieb zweier Windräder in Groß-Umstadt, Ortsteil Raibach

Darmstadt, den 02. Februar 2011

Die 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Darmstadt hat die Klage von mehreren Bewohnern der Gemeinde Groß-Umstadt, Ortsteil Raibach, gegen die immissionsschutz-rechtliche Genehmigung des Regierungspräsidiums Darmstadt zum Bau von zwei weiteren Windkrafträdern abgewiesen.

Das Gericht bestätigt damit seine Eilentscheidungen sowie die ablehnenden Entscheidungen des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs in den Beschwerdeverfahren. Die beiden Windräder vom Typ ENERCON E-82 sind mittlerweile von der HSE Windpark Binselberg GmbH & Co. KG errichtet worden und haben den Probebetrieb aufgenommen. Das Gericht verneint eine für die Nachbarn unzumutbare Lärmbelastung. Mit einer Gesamtbelastung von prognostizierten 38,7 dB(A) – als „worst-case“ Betrachtung -werden die verbindlichen Vorgaben der TA-Lärm für ein allgemeines Wohngebiet eingehalten.

Auch wirkten die beiden Windräder mit einer Gesamthöhe von ca. 180 m auf die angrenzende Wohnbebauung nicht „erdrückend“. Die Wohnhäuser der Kläger befinden sich in einer Entfernung zwischen 1.330 und 1.600 m von den Windrädern entfernt. Eine Sichtbezugsanalyse lasse keinen Verstoß gegen das baurechtliche Gebot der Rücksichtnahme erkennen. Auch eine geltend gemachte mögliche Wertminderung der Grundstücke könne nicht zur Rechtswidrigkeit der Genehmigung führen. Art. 14 GG schütze nicht vor einer Wertminderung. Die Nutzung der Immobilie und die Möglichkeit des Verkaufs werden durch die Errichtung der Windenergieanlagen nicht unzulässig eingeschränkt. 

Die Verfahren tragen die  Aktenzeichen 6 K 877/09.DA und 6 K 1239/09.DA

Jürgen Gasper
Pressesprecher

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